Szenario 1: Schwerer Tubing-Unfall
Das erste Szenario begann mit einem inszenierten Zwischenfall: Ein Kunde verlor während der rasanten Fahrt die Kontrolle über das Tubing und prallte ungebremst mit dem Kopf gegen die Bande. Der «Verletzte» blieb regungslos liegen.
Die Sanitätsgruppe traf rasch am Unfallort ein, sicherte die Stelle ab und begann sofort mit der Erstversorgung. Der Figurant reagierte nicht, zeigte jedoch eine stark blutende Kopfverletzung und wurde als bewusstlos eingestuft. Die Sanitäter überprüften Vitalzeichen, legten eine Halskrawatte zur Stabilisierung der Halswirbel an und versorgten die Wunde.
Nach der Stabilisierung wurde der Patient schonend für einen Helikoptertransport vorbereitet. Aufgrund der simulierten Verletzungen wäre dieser real angezeigt gewesen. Besonders anspruchsvoll war die anschliessende Bergung im steilen Gelände, die eine koordinierte Zusammenarbeit aller Beteiligten erforderte.
Die Übung verdeutlichte eindrücklich, wie wichtig ein eingespieltes Sanitätsteam ist, wenn es darum geht, bei Outdoor-Aktivitäten schnell und professionell zu helfen.
Szenario 2: Geduld und Entschlossenheit – Umgang mit einem Betrunkenen
Beim zweiten Szenario ging es um den Umgang mit einem stark alkoholisierten Mann, der sich im Bereich der Schanze aufhielt. Er bewegte sich unsicher, redete wirr und wollte sich nicht helfen lassen. Für die Sanitäter bedeutete dies, Ruhe zu bewahren, Gefahren richtig einzuschätzen und deeskalierend zu handeln.
Die Helfer versuchten abwechselnd, mit dem Mann ins Gespräch zu kommen, Vertrauen aufzubauen und ihn zur Kooperation zu bewegen. Doch er blieb unentschlossen und verweigerte jede Hilfe.
Schliesslich musste einer der Sanitäter resolut auftreten: Mit klarer Stimme erklärte er, dass eine Ambulanz alarmiert werde, falls er weiterhin ablehne. Der Mann willigte ein, händigte den Schlüssel aus und liess sich betreuen. Die Sanitäter begleiteten ihn, sorgten für Sicherheit – für ihn selbst wie auch für andere.
Dank des besonnenen, professionellen Vorgehens konnte die Situation ohne Eskalation gelöst werden.
Szenario 3: Sturz im Gelände – Verletzung beim Abstieg
Bei der Sprungschanze HS 27 «Bire» rutschte ein junger Mann beim Abstieg auf dem feuchten Untergrund aus und fiel unglücklich auf das Handgelenk. Die eintreffenden Militärsanitäter erkannten sofort den ernsthaften Schmerz und die Möglichkeit einer Fraktur.
Die Sanitäter stabilisierten und verbanden die Verletzung umgehend. Während der Versorgung schilderte der Patient plötzlich Schmerzen in der Rippenregion – ein Hinweis, den die Helfer ernst nahmen. Sie untersuchten vorsichtig weiter und entschieden sich für eine schonende Bergung.
Mit geübten Handgriffen wurde der Verletzte in eine Rettungstrage gelegt und gegen Kälte geschützt. Dann begann der Abtransport ins Tal. Jeder Schritt musste im rutschigen Gelände gut koordiniert werden – ein realistisches Beispiel dafür, wie anspruchsvoll Einsätze im natürlichen Gelände sein können.
Nachbesprechung und Erkenntnisse
Nach Abschluss der Übung führte Übungsleiterin Kirsi Schenk eine ausführliche Nachbesprechung durch. Dabei wurden Reaktionszeiten, Kommunikationsabläufe sowie die medizinischen Massnahmen analysiert.
Alle Beteiligten erhielten konstruktives Feedback, und Verbesserungsmöglichkeiten für zukünftige Einsätze wurden aufgezeigt.